Lokales 26.09.2013

„Odyssee im Dunkeln“ – Ausbildungseinheit bei der Jugendfeuerwehr

Steinau (pa/tg) - Nachdem bei der Jugendfeuerwehr Steinau wieder etwas Ruhe eingekehrt ist und die arbeitsintensive Phase der Wettkämpfe erfolgreich mit dem Vize-Hessenmeistertitel abgeschlossen wurde, geht es in den wöchentlichen Ausbildungen nun wieder mehr um Spiel und Spaß, aber auch um allgemeine feuerwehr-technische Tätigkeiten. So auch vor einigen Tagen.

Fotos: Feuerwehr Steinau

Von den Betreuern wurde der Jugendfeuerwehr ein Parcours im Feuerwehrhaus aufgebaut, den die Jugendlichen anschließend mit Atemschutzgeräten (Attrappen) durchlaufen sollten. Der Parcours enthielt einige Schwierigkeiten, die bei einem Feuerwehreinsatz, bei dem Feuerwehrleute in ein verrauchtes Gebäude eindringen müssen, ebenfalls vorhanden sein könnten. So wurden beispielsweise an verschiedenen Stellen Tunnel eingebaut, durch welche die Jugendlichen hindurchkriechen mussten. Zudem lagen diverse Gegenstände im Weg, die beseitigt werden mussten, um dem Weg weiter folgen zu können.

Ziel war es, eine vermisste Person (gespielt vom Feuerwehrdrachen Grisu) möglichst schnell in dem Parcours zu finden und aus diesem herauszubringen. Um die schlechte Sicht in einem verrauchten Gebäude zu simulieren, wurden daher den Jugendlichen bei der Ausrüstung mit den Atemschutzgeräten die Augen verbunden, sodass sie sich nur mithilfe ihrer Hände im Parcours vorantasten konnten. Nach der Ausrüstung wurden die Jugendlichen dann in Zweier- oder Dreierteams in den Raum mit dem Hindernisparcours geführt und mussten sich anschließend dort krabbelnd oder robbend fortbewegen. Manche Teams meisterten den Parcours doch recht schnell, anderen wiederum fiel die Orientierung im Dunkeln wesentlich schwerer oder verliefen sich gar in falschen Wegen und Sackgassen. Wer allerdings zu stürmisch vorging und beispielsweise einen Korb mit Besteck herunterstieß, konnte auch schon einmal durch ein lautes Scheppern aufgeschreckt werden oder mit dem Helm an Barrikaden stoßen.

Andere mussten feststellen, dass sie nicht durch die Tunnel passen und daher ihre Atemschutzgeräte vom Rücken nehmen und vor sich her durch den Tunnel schieben mussten. Dies gestaltete sich dann doch im Dunkeln teilweise sehr schwierig. Dennoch haben alle Teams früher oder später den Feuerwehrdrachen gefunden und gerettet.

Abschließend wurde der Parcours natürlich aufgelöst und so manch einer war erstaunt, als die Betreuer den Jugendlichen erzählten, dass sie teilweise dreimal im Kreis gelaufen waren ohne es zu merken oder sich an einer völlig anderen Position im Raum befanden als sie dachten. Diese Übung hat allen sehr viel Spaß gemacht, auch wenn einige nach ihrer 20-minütigen Odyssee im Parcours doch ein wenig erschöpft waren. Zudem hat diese Übung deutlich gemacht, wie schwer es sein kann, sich in einer unbekannten Umgebung zu orientieren und fortzubewegen, wenn man nichts sehen kann.

Wer eine solch spannende Übung oder andere auch gerne einmal miterleben mag und zwischen zehn und 18 Jahren alt ist, ist herzlich eingeladen donnerstags abends ab 18 Uhr im Feuerwehrhaus Steinau vorbeizuschauen.