Nach dreijähriger Corona-Pandemie fand das OloV-Netzwerktreffen erstmals wieder in Präsenz statt. Zuvor konnte nur online genetworkt und sich ausgetauscht werden. Dies kam OloV-Regionalkoordinator Ulrich Nesemann allerdings zu kurz. „Der Austausch ist wichtig. Das geht am besten persönlich“, sagte er. So trafen sich etwa 150 Menschen zum OloV-Netzwerktreff in der Aula der Konrad-Adenauer-Schule. In fünf Workshops, organisiert von der IHK (Industrie und Handwerkskammer), KH (Kreishandwerkerschaft), der Agentur für Arbeit (AfA), dem Landkreis Fulda (LK) sowie dem Recruiting-Unternehmen stafftastik, hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich über diverse Dinge auszutauschen und zu informieren. So wurde beispielsweise bei der AfA über Förderbedarfe und Unterstützungsmöglichkeiten aufgeklärt, während der Landkreis die Berufsorientierungswebsite Azubi Region Fulda vorstellte.
Nesemann hob hervor, wie wichtig es ist, den Schülern den Weg aus der Schule in den Beruf zu erleichtern. Immer mehr junge Leute würden einige Berufsfelder oder Unternehmen in der eigenen Region nicht mehr kennen – eine sehr schlechte Entwicklung: „Wir können es uns nicht leisten, nichts voneinander zu wissen“, so der Regionalkoordinator. Um jungen Menschen die beruflichen Möglichkeiten aufzuzeigen und ihren Weg von der Schule in den Beruf mitzugestalten, wurde das hessenweite Programm OloV ins Leben gerufen. Der Veranstaltungsort in der Aula der Adenauer-Schule ist auch bewusst gewählt worden: Die Schule hat etwa 900 Schüler „und um genau die geht es im Ausbildungs- und Arbeitsmarkt“, sagte Nesemann.
Durch das Netzwerktreff sollen sie die Chance erhalten, mit den teilnehmenden Lehrern und Fachleuten ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen – genau das mache OloV nämlich aus: „Uns ist wichtig, dass wir mit allen Institutionen im Gespräch sind und mit ihnen interagieren, um Erfolge zu erzielen“, erklärte der Regionalkoordinator. Dabei seien mindestens die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen aus der Region. „Es ist uns sehr wichtig, heimische Unternehmen mit an Bord zu haben“, so Nesemann.
IHK-Präsident Dr. Christian Gebhardt richtete ebenfalls ein paar Worte an die Teilnehmer. Aktuell gebe es große Herausforderungen, die Ausbildung- und Studienplätze in Unternehmen zu besetzten – besonders Ausbildungsbetriebe kämpfen damit. „Unser Ziel bei OloV ist es, gemeinsam in Osthessen Bewusstsein für eine Ausbildung zu schaffen“, erklärte Gebhardt. Außerdem nutzte der Präsident die Chance, um nochmals auf die Nationale Initiative „MINT – Zukunft schaffen“ aufmerksam zu machen. Für Gebhardt sollen bereits die Jugendlichen in den Schulen für die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) begeistert werden. „Willst du für ein Jahr vorausplanen, so baue Reis an. Willst du für ein Jahrzehnt vorausplanen, so pflanze Bäume. Willst du für ein Jahrhundert planen, so bilde Menschen“, erinnerte der Präsident abschließend an ein altes chinesisches Sprichwort.
