Lokales 31.10.2025

Petersberg stellt kommunale Wärmeplanung vor – Rege Diskussionen

Petersberg (pn) – Eine effiziente und zukunftsorientierte Wärmeversorgung der Gemeinde: Mit diesem Ziel erarbeitet die Gemeinde Petersberg ihr Konzept für die Kommunalwärmeplanung. Am Mittwochabend wurden davon den knapp 80 Bürgerinnen und Bürgern im Propsteihaus erste Zwischenergebnisse vorgestellt, Fragen beantwortet und der offene Dialog zwischen den Verantwortlichen und der Gemeinde an verschiedenen Thementischen gesucht. „Gerade die ‚grünen‘ Themen spalten deutlich die Nation“, resümierte Bürgermeisterin Claudia Brandes.

Foto: Claudia Brandes

Im Fokus der Planung liegen dabei der Heizungsaustausch, die Gebäudesanierung, verfügbare Förderprogramme und die zukünftige Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045. „Der Bund hat beschlossen, dass alle Kommunen verpflichtet werden, eine Kommunalwärmeplanung durchzuführen, wobei die Frist für Kommunen unter 20.000 Einwohnern 2028 ist“, erklärte Brandes. Petersberg habe jedoch 2023 den Beschluss in der Gemeindevertretung gefasst, schon früh mit der kommunalen Wärmeplanung zu beginnen, zum einen, da Petersberg dadurch eine 90-prozentige Förderung erhalte, zum anderen aber auch, da „wir gemerkt haben, dass die Diskussion um Gesetze wie das Heizungsgesetz in der Bürgerschaft viele Fragen aufwarf.“ Durch diese frühe Planung und das Aufzeigen der Potenziale, über die die Gemeinde Petersberg verfüge, sei den Bürgerinnen und Bürgern vor allem Planungssicherheit geboten, aber auch der Anreiz gesetzt, sich frühzeitig im privaten Haushalt mit der zukünftigen Wärmeversorgung zu beschäftigen.

Auch wenn es keinen Anschlusszwang geben würde, wäre es ideal, wenn möglichst viele Bürgerinnen und Bürger mitmachen, erläuterte Brandes. „Es war uns wichtig, nicht einfach nur ein Konzept vorzulegen, sondern die Diskussion öffentlichkeitswirksam und mit Bürgerbeteiligung stattfinden zu lassen, um den Dialog anzuregen.“ Ihrer persönlichen Meinung nach sei es logisch, dass durch den ansteigenden Gaspreis in den kommenden Jahren die Bürgerinnen und Bürger automatisch zum Umdenken angeregt werden würden. Neben dem Planungsbüro informiert die Landes Energie Agentur (LEA) während der Veranstaltung, im Nachgang seien zudem Beratungsangebote geplant, berichtete die Bürgermeisterin.

„Ich habe durchaus das Gefühl, dass die politische Diskussion, beispielsweise um das Heizungsgesetz, sehr viele Fragen und Frust in der Bevölkerung hervorgerufen haben, weil es nicht gut kommuniziert wurde“, berichtete sie. Bei der Veranstaltung empfinde sie den Großteil der Anwesenden als erfreut über die Planungen, neugierig und interessiert, Einige seien jedoch auch sehr kritisch gegenüber den Planungen: „Gerade die ‚grünen‘ Themen spalten deutlich die Nation.“

Umwelttechniker Stephan Otter stimmte dieser Beobachtung zu: „Die Bürgerinnen und Bürger sind sehr interessiert, weil vor allem auch Unsicherheiten für die eigene Zukunft im Hinblick auf die Energieplanung da sind. Diese Sicherheit zu geben, dafür ist die Wärmeplanung da.“ Durch die knapp 80 Teilnehmenden seien sie im Vergleich zu anderen Informationsveranstaltungen zur Wärmeplanungen in der Region Rekordhalter.

Infoabend kommunale Wärmeplanung. Fotos: Paula Nöllenheidt, Claudia Brandes