Schon beim Betreten wird klar: Hier wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt. Backstage wartet eine großzügige Lounge auf die Talente – Brezeln, Eis, Getränke, sogar spezielle „Blubberschlauch“-Flaschen zur Pflege der Stimmbänder. Es ist ein Detail, das sinnbildlich für den Anspruch dieses Abends steht: Die Teilnehmer sollen sich fühlen wie Stars. Und genau so werden sie auch empfangen. Jeder einzelne Act wird mit ohrenbetäubendem Applaus begrüßt – vom ersten bis zum letzten Ton trägt das Publikum die Sängerinnen und Sänger durch den Abend.
Große Bühne für große Stimmen
16 Acts – beziehungsweise 17 Stimmen, da auch ein Duo antritt – stehen an diesem Abend im Rampenlicht. Sie alle haben sich durch Vorcasting und Auswahlverfahren gekämpft. Jetzt zählt nur noch die Performance. Begleitet werden sämtliche Auftritte live von „Jenny and the Gang“, die den Songs eine zusätzliche Wucht verleihen und den Abend musikalisch zusammenhalten.
Die Songauswahl ist so vielfältig wie die Talente selbst: Von gefühlvollen Balladen bis zu kraftvollen Rocknummern, von Eigenkompositionen bis zu internationalen Hits. Ob „Beggin“, „No Time to Die“, „Zombie“ oder selbstgeschriebene Songs wie „H-Town Vibez“ und „Akzeptanz“ – jeder Auftritt ist ein persönliches Statement, ein Stück Identität auf der Bühne.
Jury, Publikum – und ganz viel Gefühl
Über den Sieg an diesem Abend entscheiden zwei Kräfte – auch wenn letztlich jeder Teilnehmer als Gewinner gilt: Jury und Publikum. Jeweils 50 Prozent der Stimmen fließen in die Wertung ein, wobei jeder Zuschauer zwei Stimmen vergeben kann. Eine Mischung, die für Spannung sorgt – und für echte Emotionen.
In der Jury sitzen bekannte Gesichter der regionalen Kulturszene: Mike Müller alias „Metal Mike“, Jacky Kampa von der Band KultKlub, Sascha Kurth, Hauptdarsteller des Musicals „Der Schimmelreiter“, sowie – krankheitsbedingt vertreten – Fabian Kampa für Produzent Enrico G. Denzel vom Blackout Tonstudio in Künzell. Eine Runde mit Erfahrung, klaren Meinungen – und einem feinen Gespür für das, was Musik ausmacht.
Durch den Abend führt mit Charme, Witz und spürbarer Begeisterung Michael „Shaggy“ Schwarz. Immer wieder heizt er dem Publikum ein, fordert lautstark Reaktionen ein – und bekommt sie. „Habt ihr Bock?“, ruft er in den Saal. Die Antwort kommt prompt, laut und unmissverständlich.
Ein Abend, der unter die Haut geht
Bereits zur Eröffnung findet Ralph Görlich, Chefredakteur und Inhaber der Osthessen-Zeitung (Medienpartner von „Die Stimme Fuldas“), deutliche Worte: „Es ist ganz hervorragend, was Jenny und ihre Crew hier auf die Beine gestellt haben.“ Wochenlang hat das Medienhaus das Projekt begleitet, die Kandidaten vorgestellt, Spannung aufgebaut. Nun ist der Moment der Entscheidung gekommen.
Auch Initiatorin Jenny Schönherr wirkt bewegt. Zwischen Organisation, Lampenfieber und Vorfreude bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. „Das ist ein absolutes Herzensprojekt“, sagt sie – und man glaubt es ihr in jeder Sekunde. Gemeinsam mit ihrer Band steht sie nicht nur hinter, sondern auch auf der Bühne – ein Kraftakt, der an diesem Abend eindrucksvoll gelingt.
Mehr als nur ein Wettbewerb
Die Preise unterstreichen den professionellen Anspruch: Platz drei gewinnt ein Fotoshooting inklusive Styling, Platz zwei eine Aufnahme im Tonstudio von Blackout. Der erste Platz darf sich über ein Funkmikrofon freuen und auch als Voract bei „Jenny and the Gang“ auftreten – ein echtes Sprungbrett für musikalische Ambitionen.
Doch an diesem Abend geht es um mehr als Platzierungen. Es geht um Momente. Um zittrige Hände vor dem ersten Ton, um Gänsehaut im Publikum, um den Applaus danach. Um Menschen, die sich trauen, ihre Stimme zu zeigen – im wahrsten Sinne des Wortes.
Als später die Stimmen ausgezählt werden und „Jenny and the Gang“ noch einmal die Bühne übernehmen, liegt etwas in der Luft, das sich schwer beschreiben lässt: Stolz, Erleichterung, pure Freude – und dann dieser eine Moment, auf den alle gewartet haben.
Als die finalen Platzierungen verkündet werden, hält der Saal den Atem an. Schließlich steht fest: Susanne Vey (17, Petersberg) gewinnt den ersten Wettbewerb „Die Stimme Fuldas“ mit ihrer eindringlichen Interpretation von „No Time to Die“. Der Jubel ist laut, fast überwältigend.
Auf den zweiten Platz singt sich Fini Kircher (25, Rothemann) mit „Always Remember Us This Way“ – eine Performance voller Gefühl, die das Publikum tief berührt.
Den dritten Platz sichert sich Celine Ziegler (28, Marbach), die mit „Are You Gonna Be My Girl“ Energie, Präsenz und Bühnenpower vereint und den S-Club zum Beben bringt.
Ein Versprechen für die Zukunft
Was als Idee begann – „aus der Region für die Region“ – hat sich an diesem Abend als kraftvolles Kulturprojekt etabliert. Die enorme Resonanz, das ausverkaufte Haus, die Begeisterung auf und vor der Bühne: All das spricht eine klare Sprache. „Die Stimme Fuldas“ ist mehr als ein Wettbewerb. Es ist eine Bühne für Träume. Und wenn dieser Abend eines gezeigt hat, dann das: Fulda hat viele Stimmen. Und sie wollen gehört werden.
Alle Künstler des Abends im Überblick:
Sarah Neuhaus (16, Fulda) – „Beggin“
Emilia Albinger (16, Dipperz) & Oliver Schwab (21, Künzell) – „Castle on the Hill“
Susanne Vey (17, Petersberg) – „No Time to Die“
Lilian Schmitt (16, Eichenzell) – „Baby One More Time“
Fini Kircher (25, Rothemann) – „Always Remember Us This Way“
Tawanda Majuru (27, Fulda) – „H-Town Vibez“ (Eigenkomposition)
Eduardo Almeida (18, Künzell) – „Vision“ (Eigenkomposition)
Felice Courty (16, Eichenzell-Welkers) – „The Grudge“
Antonia „Toni“ Baier (24, Ebersburg-Ried) – „Zombie“
Sarah Bug (20, Künzell) – „Mydays“
Marla Farnung (17, Dipperz) – „Arcade“
Tim Hettler (18, Niesig) – „Akzeptanz“ (Eigenkomposition)
Celine Ziegler (28, Marbach) – „Are You Gonna Be My Girl“
Frauke Kampmann (34, Neuhof) – „Who Knew“
Luna Marie Weber (21, Künzell) – „Rise Like a Phoenix“
Konstantin Enders (33, Eichenzell-Lütter) – „The Emptiness Machine“
