Sport 24.08.2026

Hitzeschlacht in Südkorea: Nils Milde läuft auf Platz fünf

Hünfeld (pm/jah) – Platz fünf bei einer Weltmeisterschaft: Für den Petersberger Nils Milde vom Hünfelder SV hat sich die weite Reise ins südkoreanische Daegu gelohnt. Der 51-Jährige lief bei den Masters-Weltmeisterschaften über 3000 Meter Hindernis in der Altersklasse M50 nach 11:03,85 Minuten ins Ziel. Unter extremen Bedingungen verpasste Milde seinen eigenen hessischen Rekord nur knapp.

Fotos: Hünfelder SV

Dabei war der Saisonverlauf des Hünfelders alles andere als geradlinig. Nach Rückenproblemen im Winter musste Milde sein Training für längere Zeit unterbrechen und anschließend behutsam wieder aufbauen. Erst Mitte Juli bestritt er bei den Deutschen Meisterschaften über 1500 Meter seinen ersten Einzelwettkampf des Jahres. Die WM in Daegu war somit erst sein zweiter Einzelstart in der laufenden Saison.

Die Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt war entsprechend intensiv. Neben speziellen Intervall- und Hinderniseinheiten galt es, sich auf die besonderen Bedingungen in Südkorea einzustellen. Vor dem Wettkampf verbrachte Milde zunächst einige Tage im küstennahen Busan, ehe es weiter nach Daegu ging. Sieben Stunden Zeitverschiebung sowie hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit machten die Vorbereitung zusätzlich anspruchsvoll.

Im Rennen selbst setzte Milde auf eine taktisch kontrollierte Herangehensweise. Schon vor dem Start war absehbar, dass die vier favorisierten Athleten an der Spitze ihr eigenes Rennen laufen würden. Dahinter entwickelte sich ein Dreikampf um die Plätze fünf bis sieben. Milde konzentrierte sich deshalb vor allem auf seine direkten Konkurrenten.

Zunächst hielt sich der Hünfelder hinter einem Franzosen und einem Peruaner. Als das Tempo zu Beginn zu hoch wurde, ließ Milde bewusst einige Meter Abstand, blieb aber in Schlagdistanz. Nach rund 1000 Metern wurde das Rennen etwas langsamer. Milde schloss wieder auf, überholte den Peruaner und positionierte sich anschließend direkt hinter dem Franzosen.

Auch im weiteren Rennverlauf blieb Milde geduldig. Auf den letzten 600 Metern wurde das Tempo noch einmal angezogen. Trotz der Hitze hielt der Hünfelder den Kontakt und ging mit seinem Konkurrenten auf die Zielgerade. Nach dem letzten Hindernis ging es nur noch um die letzten Kraftreserven.

Nach 11:03,85 Minuten war es geschafft: Platz fünf bei einer Weltmeisterschaft. Die Zeit war dabei für Milde zweitrangig. Unter den schwierigen Bedingungen stand für ihn vor allem die Platzierung im Vordergrund.

Der Zieleinlauf forderte anschließend seinen Tribut. Milde war völlig erschöpft und musste wegen starker Übelkeit und Zitterns in den Beinen zunächst von der deutschen Delegation medizinisch betreut werden. Kurz darauf überwog jedoch die Freude über das Ergebnis.

Nach einer schwierigen Vorbereitung, dem späten Saisoneinstieg und lediglich zwei Einzelrennen im gesamten Jahr hat Milde damit beim Saisonhöhepunkt seine Leistung abgerufen. Der fünfte Platz bei der Masters-WM ist zugleich ein starkes Ergebnis für den Hünfelder SV und ein Beleg für die taktische Stärke und das Durchhaltevermögen des 51-Jährigen.