Auf Vorschlag der Verwaltung sollte der Umbau des alten Kindergartens in Marbach zu einem Dorftreff für lokale Vereine und Gruppen beschlossen werden, wofür ein entsprechender Förderantrag auf den Weg gebracht werden muss. Erst nach längerer Beratung stimmten dem auch die Fraktionen von CDU und FDP zu – allerdings mit der Einschränkung, dass nach dem Eingang der Förderzusage noch einmal separat über ein noch zu erstellendes Nutzungskonzept abgestimmt werden soll. Michael Klüber (Bürgerliste) appellierte eindringlich an die Gemeindevertreter, dem Beschlussvorschlag zuzustimmen, damit nach dem Eingang der Zusage umgehend mit dem Umbau begonnen werden kann. Er sah in dem Projekt eine einmalige Chance, Räume für die Allgemeinheit zu schaffen, die es so in Marbach bislang nicht gebe: „Sollten wir Fördermittel abgreifen können, spart das nur Gelder, die wir sowieso ausgeben müssen.“ Demgegenüber verwies Tamara Pfaff (CDU) auf die noch völlig fehlende Detailplanung und das nicht vorhandene Konzept, weshalb die CDU-Fraktion so nicht zustimmen könne. Noch deutlicher wurde Christian Bug (CDU): „Wir haben uns zehn Jahre Zeit genommen, um eine Idee zu entwickeln. Das jetzt nach sieben Monaten ohne Konzept anzugehen, halte ich für falsch.“ Nach mehreren Sitzungsunterbrechungen zur internen Beratung innerhalb der CDU-Fraktion einigte sich das Gremium schließlich darauf, die Förderung zu beantragen. Die geschätzten Gesamtkosten von 407.000 Euro könnten mit bis zu 240.000 Euro aus einem Landesprogramm gefördert werden; nach dem Eingang des Bescheids soll auf Basis des dann vorzulegenden Konzepts neu beraten werden. Zwei weitere Punkte betrafen Marbach: Der Fußweg zum Tegut-Markt darf in seinem jetzigen Zustand verbleiben. Keine Chance auf Verwirklichung gibt es hingegen für eine Fußgänger-Querungshilfe über die Landstraße in diesem Bereich. Genehmigt hatte die Gemeindevertretung hierfür ursprünglich 15.000 Euro, während die nun realen Schätzungen die Kosten auf über 700.000 Euro beziffern.
Auch zukunftsweisende Weichenstellungen im Umwelt- und Klimaschutz prägten die Sitzung. Die Delegierten diskutierten über die Priorisierung zur praktischen Umsetzung des gemeindlichen Klimaschutzkonzepts sowie über den Aufbau eines systematischen Klimaschutz-Controllings, gekoppelt mit einem Antrag auf finanzielle Folgeförderung für das lokale Klimaschutzmanagement. Prof. Dr. Thomas Stegmann (FDP) übte dabei deutliche Kritik an der geplanten Weiterbeschäftigung der Klimaschutzmanagerin für das Controlling. Schon das bisherige Klimaschutzkonzept habe den Steuerzahler 168.000 Euro gekostet; in den nächsten drei Jahren würde die Fortführung die Gemeinde weitere 168.000 Euro kosten, zuzüglich der Förderung durch weitere öffentliche Mittel. „Aus der Erfahrung mit der Klimaschutzmanagerin wissen wir, dass diese viele Dinge verkompliziert, viel Papier produziert, nichts selbst entschieden hat und viele Stellen in der Verwaltung genervt hat. Und das noch mal für drei Jahre? Wir müssen uns selbst und auch den Bürgern sagen: Es ist auch in Petersberg nicht mehr alles möglich, was wünschenswert wäre“, fand Stegmann deutliche Worte. Angesichts der angespannten Finanzsituation befürchtete er Steuererhöhungen bereits im nächsten Haushalt, sollte weiter unkontrolliert Geld ausgegeben werden. Dem widersprach Kira Klüber (Grüne), die vehement um Zustimmung warb, da es darum gehe, das mühevoll erstellte Klimaschutzkonzept nun auch „vernünftig umzusetzen“. In der anschließenden Abstimmung votierten neben Stegmann nur Norbert Höhl (Bündnis C) gegen die Weiterbeschäftigung, sodass die Vorlage eine Mehrheit fand.
Teilweise deutlich steigen werden in Petersberg zudem die Friedhofsgebühren. Für den ursprünglichen Vorschlag der Verwaltung, diese komplett kostendeckend zu gestalten, sprachen sich am Ende des Diskurses nur die Grünen aus. Die breite Mehrheit folgte stattdessen einem gemeinsamen Änderungsantrag von CDU, Bürgerliste und FDP, nur 80 Prozent der realen Kosten als Gebühr zu veranschlagen. Kai Völler (Bürgerliste) nannte dies einen fairen Kompromiss, um die Belastungen für die Bürger so niedrig wie möglich zu halten. Wolfgang Plunien (CWE) hatte zuvor deutlich geringere Kosten für eine Bestattung in der neuen Urnenwand gefordert – geplant waren zur vollen Kostendeckung über 4.500 Euro –, da er ansonsten Akzeptanzprobleme für dieses in Petersberg neue Angebot befürchtete. Diesem Antrag folgte in der Abstimmung jedoch lediglich seine eigene Fraktion.
In der Sitzung informierte die Verwaltung darüber, dass ab Ende Februar nächsten Jahres eine neue Nutzung für die Containeranlage zur Flüchtlingsunterbringung im Kreuzgrundweg gesucht wird. Die Gemeinde prüft derzeit verschiedene Optionen in den Ortsteilen, wie beispielsweise eine Nutzung für ortsansässige Vereine, eine Verwendung für Obdachlose oder auch einen vollständigen Verkauf der Module. Momentan wohnen in der Anlage noch 28 Flüchtlinge. Aufgrund der spürbar zurückgehenden Einreisezahlen ist eine weitere Nutzung als Asylunterkunft nach dem offiziellen Vertragsende im Februar jedoch nicht mehr erforderlich.
