Für Born war es fast en Heimspiel – schon mehrfach war er in den vergangenen Wochen im Kreis Fulda, um für CDU-Stimmen bei der am 15. März anstehenden Kommunalwahl zu werben. Seit 80 Jahren gäbe es die CDU-Hessen, länger als das Bundesland, und schon bei der Gründung sei sie eine „dezentrale Bewegung“ gewesen, bei der „im Gegensatz zu allen anderen Parteien“ die entscheidende Ebene immer die Ortsgruppe gewesen sei: „Wir sind die Kommunalpartei. Wenn wir vor Ort nicht mehr erfolgreich sind, werden wir auf allen anderen Ebenen auch versagen.“
Das Jahr mit insgesamt elf Kommunal- und Landtagswahlen in Deutschland nannte Born entscheidend. Nach seiner Erfahrung werde in Hessen neidvoll nach Fulda geblickt: „Aber die Ergebnisse hier sind nicht gottgegeben, sondern das Ergebnis davon, dass sich hier seit Generationen erfolgreich für die Bürger vor Ort eingesetzt wird.“
Für den Wahlkampf schwor er die Anwesenden, meist CDU-Mitglieder und Anhänger, auf die drei „K“ ein: Zuerst einen klaren Kompass, damit die Wähler verstehen, wofür die CDU in den nächsten fünf Jahren steht: „Niemand interessiert sich für die Vergangenheit.“ Als zweites eine Kampagne, die dies kommuniziert. Und als Wichtigstes: Kandidaten. „Wir haben in Hessen 4000 CDU-Mandatsträger, die sich jeden Tag für ihre Heimat einsetzen und wir haben in Hessen mit Abstand das beste Angebot.“ Als einzige Partei trete die CDU in fast allen Kommunen an. Die Grünen würden den ländlichen Raum nicht kennen und auch die SPD sei in vielen Orten nicht mehr in der Lage, eine Liste aufzustellen. Die AfD sei ein „Scheinriese“ – sie schaffe es in den Landkreisen, zur Wahl zu stehen, aber kaum in Gemeinden. Hessenweit würden 10.000 CDU-Kandidaten zur Wahl stehen: “10.000 Menschen, die bereit sind, kommunal vor Ort Verantwortung zu übernehmen.”
Born schloss seinen Vortrag mit einem Blick auf die Landespolitik, wo die CDU nach der Hälfte der Legislaturperiode alle Wahlversprechen eingelöst habe, und der Bundespolitik, wo dies „zäher“ geschehe. Aber gerade im Bereich der Migrationswende, einer „verlässlichen Außenpolitik“ und der Umsetzung der Leistungsgerechtigkeit mit der Reform und Abschaffung des Bürgergelds sei, so Born, schon „sehr viel geschehen“.
Auf den Kreis Fulda ging der CDU-Kreisvorsitzende und stellvertretende Landrat Frederik Schmitt ein, der angesichts des Veranstaltungsorts die „bürgernahe Politik auch dank Haunedorfs Ortsvorsteher Matthias Balzer“ lobte. Mit mehr als 800 Wahlkandidaten kreisweit sei die CDU nah am Bürger: „Jeder dieser 800 ist auch Bürger. Das CDU-Motto 24/7 meint, dass jedes Mitglied eines Ortsbeirats, der Gemeindevertretung und des Kreistags jederzeit auch ansprechbar ist.“ Gerade auf kommunaler Ebene seien Parteien als „Zusammenschlüsse von Personen, die ein Ziel verfolgen“ wichtig. In der CDU stehe der Mensch im Mittelpunkt: „Das ist das Gegenteil von Ideologien, wo Parteien entscheiden, wie Menschen denken und handeln sollen.“ Gerade beim Thema Ehrenamt gebe es für die CDU kein „gutes und schlechtes“ Engagement. Im Kreis Fulda seien die Menschen beispielsweise stärker in Musikvereinen, Chören und dem Karneval aktiv, wie im restlichen Hessen: „Das ist gelebtes Ehrenamt zum Wohle der Allgemeinheit.“ Beim Thema Hutzelfeuer habe es vor einigen Jahren Diskussionen gegeben – die CDU stehe dafür das zu erhalten, was Menschen machen wollen.
Schmitt verwies weiter auf die Erfolge der vergangenen Jahre. So könnten durch den Medizinstudiengang am Klinikum Ärzte für die Region gewonnen werden. Auch sprach er sich dafür aus, für heimische bauwillige Bauplätze auszuweisen: „Bauen kann man ideologisch betreiben, dass ‚grundsätzlich jeder Verbrauch an Boden schlecht ist‘. Aber wer hier bauen will, soll das können. Dafür brauchen wir keine großen Baugebiete“. Wichtig sind ihm auch solide Finanzen: „Ein öffentlicher Haushalt wird in guten Zeiten ruiniert durch soziale Wohltaten oder auch Zuschüsse zum ÖPNV, die dann in weniger guten Zeiten unbezahlbar werden.“ Im ländlichen Raum sei ein Leben ohne Auto schwer vorstellbar – auch wenn der Kreis Fulda sich bemühe, ein gutes ÖPNV-Angebot zu bieten.
Zum Thema Finanzen brachte Schmitt ein Beispiel. Läge Petersberg im Vogelsbergkreis müsste es dort 1,3 Millionen Euro mehr an Kreisumlagen bezahlen. Wobei dies dem durchschnittlichen hessischen Satz entsprechen würde. Der Kreis habe die niedrigsten Umlagen in Hessen – was sich auch ziemlich direkt auf die gemeindlichen Steuern auswirke. Schmitt appellierte, die CDU zu wählen: „Es geht bei der Kommunalwahl um viel“. Im Bereich der Schulen, Kreisstraßen und insbesondere auch des Internet-Breitbandausbaus „bis in den letzten Weiler, das letzte Haus“ habe sich die CDU noch einiges vorgenommen.
Weiter sprachen an dem Abend der örtliche CDU-Ortsverbandsvorsitzende Martin Beyer, Ortsvorsteher Balzer und Tamara Pfaff, CDU-Fraktionsvorsitzende der Gemeindevertretung Petersberg und Spitzenkandidatin bei der Kommunalwahl. Pfaff betonte den Anspruch der CDU, die Mehrheit zu bekommen, „um unsere Gemeinde voranzubringen“.
