Lokales 24.02.2026

Feuer lodert am Rauschenberg – Jugend singt Hutzellied auf Platt

Petersberg (gü) – Die Flammen loderten und es qualmte stark – am Rauschenberg brannte am Sonntagabend ein großes Hutzelfeuer. Viele Besucher liefen schon mit Fackeln durch den Regen zum Hutzelplatz nahe der Rhönklubhütte. Bevor das Feuer dann angesteckt wurde, sangen die Hutzeljungs zusammen das Hutzellied und das zum ersten Mal seit langem wieder auf Petersberger Platt.

Foto: Jasha Günther.

In den Ansprachen wurde allen gedankt, die ihren Teil dazu beigetragen hatten, damit das Hutzelfeuer stattfinden konnte. Bürgermeisterin Claudia Brandes, erläuterte in ihrem Grußwort kurz die Herkunft des Namens, für die Feuer, mit denen in der Region alljährlich der Winter verbrannt werde: Hutzel sei die alte Bezeichnung für Dörrobst und das hätten die Jungen früher als Dank von den Bewohnern bekommen, wenn sie den Reisig eingesammelt hätten. Felix Gaul stimmte dann das Hutzellied an. Er und Ortsvorsteher Peter Scheel hatten initiiert, dass das Lied diesmal auf Peterberger Platt gesungen wurde, rund 15 Jugendliche hatten sich dazu überreden lassen. Das Lied schloss mit den Zeilen „Onn bann ihr ons kei Hutzel gatt, soll euch der Baum kei Biern me troar, on gatt ihr ons kei Kreppel, do mache mer euch e Gedeppel.“ (Und wenn ihr uns keine Hutzeln gebt, soll euch der Baum keine Birnen mehr tragen, und gebt ihr uns keine Kräppel, da machen wir euch ein Getrampel).

Auch in diesem Jahr hatte die Jugend wieder Weihnachtsbäume und Grünschnitt im Ort eingesammelt und zu einem großen Haufen aufgetürmt. Nachdem mehrere Fackeln in den Hutzelhaufen gesteckt worden waren, fraß sich das Feuer langsam nach oben, wo eine Puppe thronte. Das durch den Regen nasse Holz qualmte stark und der Wind blies Rauch und Funken in Richtung des Wegs, der Richtung Rauschenberghütte führt. Auf allen anderen Seiten standen die Menschen auf der matschigen Wiese um das Feuer und schauten in die Flammen. Aus einem extra aufgebauten Zelt heraus wurden Getränke und Würstchen verkauft. „Es ist wichtig, dass Mundart und Brauchtum gefördert werden“, sagte Scheel und kündigte an, dass der Heimatverein deshalb auch einen Platt- oder Mundarttreff ins Leben rufen möchte.

Hutzelfeuer in Petersberg. Fotos: Jasha Günther