Zum Requiem in der Auferstehungskirche waren Familie, die polnischen Pflegehilfen, die ihn den vergangenen Jahren betreut haben, und weitere Trauergäste gekommen. Unter ihnen waren auch Bürgermeister Johannes Rothmund, Löschenrods Ortsvorsteher Holger Breithecker, Marbachs Ortsvorsteher Michael Wahl, Bundestagsabgeordneter Michael Brand. Zu den Zelebranten des Requiems gehörten unter anderem der Eichenzeller Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez, Pfarrer Dr. Guido Pasenow, und der ehemalige Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke. Diez blickte auf das lange Leben Kants zurück und ließ dabei einfließen, was Kant ihm bei verschiedenen Begegnungen erzählt hatte, zum Beispiel über die vielen Wandel und Entwicklungen, die er in seinem langen Leben miterlebt hatte. Zu Kants Wirken sagte Diez unter anderem: „Er hat Menschen motiviert, Verantwortung zu übernehmen in Kirche, Gesellschaft und Politik.“ Weitere Reden hielten Kants Nichte, die beiden Ortsvorsteher und das evangelische Pfarrer-Ehepaar Edwin und Ulrike Röder. Im Anschluss zog die Trauergemeinde zum Friedhof, wo Pasenow die Beerdigung zelebrierte.
Kant hatte vor seinem Tod zu den ältesten lebenden Deutschen gehört und war nach Angaben des Vatikans zu diesem Zeitpunkt der älteste katholische Priester weltweit. Zu seinem 110. Geburtstag in diesem Jahr hatte er ein persönliches Gratulationsschreiben von Papst Leo XIV. erhalten. Geboren am 26. Februar 1916 in Werblin/Westpreußen hatte Kant 1934 sein Abitur in Danzig gemacht und anschließend sein philosophisch-theologisches Studium begonnen. 1943 war er zum Militärdienst einberufen worden. Sein Studium hatte er erst nach der Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft 1948 wieder aufnehmen können, dann in Fulda. Am 19. März 1950 war er im Fuldaer Dom zum Priester geweiht worden. Nach Stationen als Kaplan in Blankenau, Schwarzbach sowie Kassel war ihm 1960 die Pfarrei St. Ägidius in Marbach übertragen worden, wo er gut drei Jahrzehnte wirkte. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand 1991 zog Kant nach Löschenrod und lebte dort bis zu seinem Tod direkt neben der Kirche. Noch bis zu seinem 102. Lebensjahr übernahm er regelmäßig seelsorgerische Dienste. Sowohl in Marbach als auch in Löschenrod wurde Kant sehr geschätzt – in Marbach ist eine Straße nach ihm benannt, in Löschenrod der Platz an der Kirche.
