Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrten Sebastian Leitsch, Vorsitzender der Gemeindevertretung, und Bürgermeisterin Claudia Brandes die nach der Wahl im März ausgeschiedenen ehrenamtlich Tätigen. Die Sitzung sei ein würdiger Rahmen, so Leitsch: „Es ist nicht selbstverständlich sich hier zum Wohle der Gemeinde zu engagieren.” Brandes zeigte sich beeindruckt, dass manche der ausgeschiedenen Mandatsträger schon fast so lange tätig waren, wie sie lebt. Seit 1989, also für insgesamt 37 Jahre war Christoph Weber nacheinander im Ortsbeirat Haunedorf bis 1993, in der Gemeindevertretung bis 2006 und dann für 20 Jahre im Gemeindevorstand aktiv. Rainer Dargatz gehörte seit 1993 der Gemeindevertretung an – und engagiert sich weiter im Ortsbeirat Petersberg, dem er auch schon seit 24 Jahre angehört. Elke Hohmann war über 25 Jahre dabei. Auf insgesamt 15 Jahre in der Kommunalpolitik können Helmut Krass und Bettina Fischer zurückblicken. Matthias Görnert war 15 Jahre in der Gemeindevertretung und fünf Jahren im Ortsbeirat Petersberg. Für jeweils zehn Jahre ehrenamtlich aktiv waren Kerstin Hüsemann und Michael Wahl. Fünf Jahre im Parlament dabei waren Ewald Jonas, Christine Purrmann-Keil, Wolfgang Pfeffer, Christian Schwiddessen, Jason Freeman, Tobias Müller und Sabrina Bläser. Weiter geehrt wurden der ausgeschiedene bisherige Vorsitzende der Gemeindevertretung Wolfgang Hintze sowie Bernd Hack und Josef Bug.
Die umfangreiche Tagesordnung, es gab über 30 Punkte zu bearbeiten, wurde anschließend, weitestgehend mit fast einstimmigen Beschlüssen, abgeschlossen. Nur Norbert Höhl (BündnisC) stimmte gegen das Klimaschutzkonzept, was er hauptsächlich mit den zusätzlichen Kosten für die Umsetzung begründete. Bei der Priorisierung der umzusetzenden Maßnahmen sollen zuerst solche berücksichtigt werden, die die Gemeinde ohnehin plant oder die sich wirtschaftlich rechnen. Dazu gehören Photovoltaikanlagen auf gemeindeeigenen Gebäuden oder auch die von der Bürgermeisterin vorgeschlagene „automatisierte Unterhaltung der Grünflächen” mit Mäh- und Gießrobotern. Dem Einwand von Dennis Richter (Grüne), Mähroboter würden Igel gefährden, begegnete Brandes mit dem Hinweis, dass moderne Geräte mit Kamerasystemen diese frühzeitig erkennen würden, um ihnen auszuweichen. Neben der Einsparung von Treibhausgas-Emissionen sah sie in der Automatisierung auch die Möglichkeit, die „Grünflächenpflege zu verbessern und den Bauhof zu entlasten”.
Auf den Weg gebracht wurden einige neue Baugebiete. In Böckels wollen zwei Unternehmer investieren und sich vergrößern. Das dortige Gewerbegeiet soll um 12,4 Hektar vergrößert werden – mehr als zehn Hektar auf Wunsch eines dort seit 1990 tätigen Metallbauunternehmens. Weiter sollen die Voraussetzungen für ein Neubaugebiet im Ortsteil Horwieden geschaffen werden. Grundsätzlich stimmte die Gemeindevertretung zu mit Grundstückseigentümern zu verhandeln, um dort Flächen für bis zu 20 neue Wohnhäuer zu erstehen.
