Innerhalb von nur 18 Werktagen mussten die Meisterschüler ihr jeweiliges Meisterstück fertigstellen. Bereits im Vorfeld war die Erstellung einer Skizze erforderlich, in der jedes Detail präzise eingezeichnet und von der Prüfungskommission freigegeben werden musste. Im Februar folgte schließlich die Umsetzung: In weniger als drei Wochen entstand das fertige Werkstück – inklusive der begleitenden Dokumentation und parallel zum laufenden Schulbetrieb. Zusätzlich galt es, eine theoretische sowie eine praktische Prüfung erfolgreich zu absolvieren.
Die feierliche Ansprache hielten Dozentin Hendrike Semler-Sarnes und Jochen Jahn, Ausbilder und Kursleiter des Schreinermeisterkurses. Zu Beginn wurde das Wort jedoch an die BBZ-Geschäftsführerin Dr. Mirjam Keßler übergeben. Sie begrüßte die zahlreichen Besucher sowie die Prüfungsabsolventen, sprach ihre Glückwünsche aus und richtete einen besonderen Dank an die Dozenten und Ausbilder. Im Anschluss erläuterten die Redner, dass einige Schreiner die komplette Meisterprüfung bereits absolviert haben, während andere noch finale Teilbereiche abschließen müssen – alle befänden sich jedoch auf einem sehr guten Weg.
Jahn und Semler-Sarnes betonten zudem das Konzept des BBZ Fulda: „Wir legen einen sehr großen Wert auf kleinere Klassen, sodass wir immer eine persönliche Betreuung gewährleisten können.“ Dass sich diese individuelle Förderung auszahle, werde an den ausgestellten Stücken deutlich. Auch die Prüfungskommission hob das überdurchschnittlich hohe Niveau der Arbeiten hervor.
Semler-Sarnes blickte auf den Beginn des mittlerweile 24. Vollzeitkurses im vergangenen Sommer zurück. Um den angehenden Meistern möglichst viel Input zu geben, fanden zahlreiche Exkursionen statt. Dabei konnte das BBZ auf die Unterstützung regionaler und überregionaler Betriebe zählen.
Auch Vertreter aus der Politik waren vor Ort, um ihre Glückwünsche zu überbringen. Landtagsabgeordneter Thomas Hering betonte, dass das Handwerk jeden betreffe, da die Gesellschaft dauerhaft darauf angewiesen sei. Die Politik versuche daher, das Handwerk gezielt zu unterstützen. „Wir wollen den Meister nahezu kostenlos gestalten“, so Hering, der die neuen Meister zudem um die Sichtbarkeit ihrer fertigen Produkte beneidete.
Vize-Landrat Frederik Schmitt lobte die Region als „Hochburg des Handwerks“ mit einer überdurchschnittlich hohen Dichte an Schreinerbetrieben. Er riet den Absolventen, diesen persönlichen Erfolg gebührend zu genießen. Stadtrat Stefan Grauel überbrachte Grüße des Oberbürgermeisters und des Bürgermeisters. Er würdigte die Entscheidung für einen handwerklichen Beruf: „Einen gelernten Handwerker kann so schnell nichts aus der Bahn werfen.“ Zum Abschluss wünschte er den Jungmeistern gute Ideen, ausreichend Aufträge, loyale Kunden und wenig Bürokratie – schließlich seien sie Handwerker und keine Buchhalter.
Kreishandwerksmeister Thorsten Krämer beglückwünschte die Absolventen ebenfalls und zollte dem Einsatz Respekt, der nötig war, um neben der Schule bis spät in die Abende an den Stücken zu arbeiten. „Jedes Meisterstück ist absolut meisterlich“, so Krämer. Dieter Klüber, Vorstand der Schreiner-Innung, hieß die Absolventen in der „Schreiner-Familie“ willkommen und zeigte Perspektiven als Weitergebildete, Lehrer oder „Wünscheerfüller“ auf.
Nachdem Dozent Timo Bernhardt die gemeinsame Zeit Revue passieren ließ, folgte die Ehrung der Schüler. Die drei besten Ausstellungsstücke wurden nach den Kriterien Praktikabilität, Funktionalität und Gestaltung ausgezeichnet. Den ersten Platz belegte dabei Janosch Barth mit einem innovativen Schreibtisch.
