An der stark befahrenen Petersberger Straße ist die Ampelanlage an der Kreuzung Am Ziegelberg / Schillerstraße, unweit der Aral-Tankstelle, in den vergangenen Monaten technisch angepasst worden. Ein Leser von Osthessen-Zeitung berichtete, ihm sei aufgefallen, dass sich die Abläufe an der Lichtsignalanlage verändert hätten. Nach seinen Beobachtungen seien im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2025 Kabelarbeiten an der Anlage durchgeführt worden. Außerdem seien an mehreren Signalarmen sogenannte optische Verkehrsdetektoren installiert worden. Diese Geräte erfassen den Verkehr und können dazu beitragen, die Ampelschaltung flexibler an das tatsächliche Verkehrsaufkommen anzupassen. Der Leser schildert zudem, dass die Ampelphasen früher offenbar stärker miteinander synchronisiert gewesen seien. Demnach hätten beispielsweise die Linksabbiegerspuren in Richtung Am Ziegelberg und in Richtung Schillerstraße gleichzeitig Grün erhalten. Gleichzeitig hätten auch Fußgänger, die die Petersberger Straße überqueren wollten, regelmäßig eine Grünphase bekommen – unabhängig davon, ob sie zuvor den Anforderungstaster gedrückt hatten.
Seit der Umstellung sei diese Synchronität nach seiner Wahrnehmung nicht mehr in gleicher Weise gegeben. So könne es vorkommen, dass bei Grün für eine Abbiegespur lediglich eine Fahrtrichtung der Hauptstraße auf Rot schalte, während die andere weiterhin Grün behalte. In diesem Zusammenhang habe sich offenbar auch das Verhalten der Fußgängerampel verändert. Nach Beobachtung des Lesers werde diese inzwischen nur noch nach Betätigung des Tasters aktiv. Werde der Taster zu spät gedrückt, könne es passieren, dass für diesen Umlauf keine Grünphase mehr vorgesehen sei und Fußgänger bis zum nächsten Durchlauf warten müssten.
Besonders kritisch sieht der Hinweisgeber die Situation, weil die Querung Teil des Schulwegs zum Marianum ist. Zudem befindet sich in unmittelbarer Nähe die gleichnamige Bushaltestelle. Gerade zu Stoßzeiten seien dort viele Schülerinnen und Schüler unterwegs. Der Leser berichtet, er habe mehrfach beobachtet, dass Jugendliche bei Rotlicht die Straße überquerten, wenn der Autoverkehr gleichzeitig an beiden Fahrtrichtungen der Petersberger Straße gestoppt sei. Dadurch könne es zu gefährlichen Situationen kommen.
Osthessen-Zeitung hat zu den Veränderungen bei Hessen Mobil nachgefragt – dort wurde bestätigt, dass aktuell mehrere Ampelanlagen im Bereich Petersberg und Fulda modernisiert werden. „Aktuell setzen Vertragsfirmen von Hessen Mobil die bauliche Optimierung der Lichtsignalanlagen (LSA), auch als ‚Grüne Welle‘ bezeichnet, an der B458 und B254 zwischen Petersberg und der Maberzeller Straße um“, erklärt Christian Horn von Hessen Mobil. „Hierfür ist es notwendig, die meisten Anlagen technisch mit neuen Detektoren und Verkabelungen nachzurüsten. Im Anschluss wird jeweils die optimierte Ampelschaltung eingespielt. Ziel ist ein reibungsloser, aufeinander abgestimmter Verkehrsfluss für Radfahrer, Fußgänger und den Kfz-Verkehr. Um dies zu erreichen, werden unnötige Zwischenzeiten reduziert, was die Dauer der Grünphasen erhöht“, so Horn. Damit könnten sich allerdings gewohnte Abläufe verändern. „Dies führt zwangsläufig dazu, dass sich gewohnte Abläufe ändern. Die subjektive Erwartung vieler Verkehrsteilnehmer („Nach dem Querverkehr habe ich Grün“) entspricht daher in manchen Situationen nicht mehr der neuen Schaltung.“ Auch der Knotenpunkt Am Ziegelberg sei Teil dieser Umstellung gewesen. „Diese Anpassungen betreffen auch Fußgängerüberwege, wie etwa am Knotenpunkt „Am Ziegelberg“, der bereits im Dezember umgestellt wurde“, führt Christian Horn aus.
Nach Angaben von Hessen Mobil seien die bisherigen Erfahrungen mit der neuen Schaltung positiv. „Drei Monate nach der Umstellung dieses Knotenpunktes zeigt die Rücksprache mit der Polizei ein positives Bild: Es wurden keine Unfälle mit Fußgängern registriert. Die Verkehrsteilnehmer haben sich größtenteils gut auf die neue Situation eingestellt.“
