Kurz vor dem Saisonstart war noch völlig unklar, ob eine Reserve des RSV überhaupt an den Start gehen würde. „Ganz am Anfang vor der Saison stand es gar nicht fest, dass es eine zweite Mannschaft gibt“, erklärte Spieler Linus Wittke, der das Traineramt in Eigenregie zusammen mit Gianluca Moeser und Mirko Junis übernahm. Im Nachgang ist das Trio mehr als froh, die vakante Position ausgefüllt zu haben. „Es war das Beste, was uns passieren konnte“, so Wittke. Zu Beginn schlossen sich lediglich 13 Freunde eine Woche vor dem Anmeldeschluss zusammen, um einfach Fußball zu spielen – für den einen oder anderen war es sogar die erste richtige Fußballsaison überhaupt. Trotzdem nahm die Erfolgsserie ihren Lauf. Die Mannschaft verlor in der gesamten Hinrunde nur zwei Partien. „Da sind dann Leute auf uns aufmerksam geworden“, erklärte Wittke.
Nach der Hinrunde bekamen die Petersberger Verstärkung, teilweise aus den Reihen der Alten Herren oder punktuell aus der ersten Mannschaft. Als Schlüsselspiel sah Wittke den 3:0-Auswärtssieg direkt nach der Winterpause gegen die Reserve des FC Eichenzell – im Anschluss folgten acht Siege und ein Unentschieden. Gerade die sportliche Entwicklung hob der Coach noch einmal hervor. Am Anfang sei im Training eine geregelte Spielform kaum möglich gewesen, doch das änderte sich im Laufe der Monate grundlegend. „Sie haben mittlerweile richtig was auf dem Kasten und auch das Selbstvertrauen“, so Wittke. Das Erfolgsrezept teile sich demnach in zwei Abschnitte: „In der Hinrunde war es ganz klar der Kampf und in der Rückrunde war es das Spielerische“, erklärte der Übungsleiter. „Am Ende ist es eine Belohnung für die Mannschaft, eine verdiente Mannschaft“, so Wittke.
Nach dem 4:2-Erfolg gegen den TV Neuhof II war den Petersbergern die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen, und die Party nahm ihren Lauf. „Nach dem Schlusspfiff wurden die Sektkorken geknallt. Es ging bis tief in die Nacht“, so der Trainer. Die Feierlichkeiten sind damit noch nicht beendet, denn es steht noch der Saisonabschluss beim Tabellenzweiten Frischauf Fulda an – danach dürfte es ebenfalls feuchtfröhlich werden, wie Wittke schmunzelte. Auch Mallorca war bereits ein Thema, darüber werde innerhalb des Vereins noch gesprochen.
Wittke blickt zudem schon auf die kommende Spielzeit voraus: „Die A-Liga ist nochmal ein deutlich anderes Brett.“ Jedoch sei es für die Aufsteiger wichtig, in der neuen Liga nicht nur mitzuschwimmen, sondern auch etwas zu bieten. Hinter den Kulissen laufen bereits Gespräche und intensive Planungen, um den Kader auf die neue Aufgabe vorzubereiten. „Wir sind auf jeden Fall offen, wenn jemand das ganze Projekt supporten möchte“, so Wittke über potenzielle Neuzugänge.
