Sport 02.11.2026

Fußball-Kreisoberliga – Philosophie geht auf: RSV wieder vorne dran

Petersberg (pf) – Der RSV Petersberg hatte in der Vorsaison die Aufstiegsrelegation auf dramatische Weise verpasst – unter Stefan Huck wurde der nächste Anlauf aber direkt gestartet. Nach 16 Spielen liegt der RSV auf Platz zwei in der Fußball-Kreisoberliga Mitte, schoss zuletzt Tore wie am Fließband und gewann erst in Müs, und dann wenige Kilometer weiter in Großenlüder. Auch das Restprogramm für die junge und unbekümmerte Mannschaft vom Waidesgrund bis zur Winterpause hat es noch in sich.

RSV-Kapitän Lennart Aschenbrücker zieht nach einer Halbserie ein Fazit – das fällt natürlich positiv aus. Foto: Christine Görlich

Eine Zäsur im Sommer 2026: Mit der Niederlage in Bachrain Ende Mai verpasste der RSV Petersberg die sicher geglaubte Relegation und Ehrenberg zog mit dem Sieg beim Meister Borussia vorbei. Das ist längst abgehakt, wie Kapitän Lennart Aschenbrücker betont: „Wir haben unsere Lehren daraus gezogen. Es war trotzdem eine starke Rückrunde, die zeigte, was für ein Potenzial wir haben. Wir konnten das mitnehmen und haben eine positive Sommervorbereitung gehabt – das war in den letzten Jahren nicht immer möglich, auch wegen der Kaderbreite“.

So kommt es wenig überraschend, dass der RSV an die starke Restrunde nahtlos anknüpfte und wieder zu den Topteams der KOL Mitte gehört – wenn auch mit Stefan Huck unter einem neuen Trainer. „Wir wollten natürlich gerne oben dabei sein. Die Mannschaft hat richtig gute Kicker, die in einem guten Alter sind. Sie sind noch entwicklungsfähig, und wir haben noch Verstärkung dazubekommen“, schildert Aschenbrücker, der mit seinen 25 Jahren „teilweise der Älteste“ im Training sei, wie er schmunzelt.

Erst zwei Pleiten kassierten die Petersberger bis dato: Ein 0:1 in Simmershausen. „Bei Dauerregen in der Rhön auf einem tiefen Platz – das kann passieren“, so der Kapitän. Unerklärlich bis heute sei dagegen das 2:3 gegen Niesig gewesen. Seither ist der RSV aber wieder in der Spur und holte zumindest ein Remis beim Spitzenspiel in Edelzell. Auf das 5:2 in Müs folgte am Sonntag ein 5:3 in Großenlüder, als die Gäste beim Gruppenliga-Absteiger nach 55 Minuten schon 5:0 führten und sich ein Schützenfest anbahnte. Doch dann spielte Erfahrung eine Rolle, meint Aschenbrücker: „Man sieht, dass wir unsere PS immer auf die Straße bringen können. Aber hintenraus fehlt dann noch etwas, um es runterzuspielen. Wir haben uns von der Hektik anstecken lassen, aber das wird mit der Zeit auch noch kommen“.

Unter Huck musste der RSV vor allem in der Offensive etwas am Spielstil ändern: Radek Görner verließ den Verein, damit fehlte der Zielspieler im Sturm. Jona Spiegel, der die KOL Mitte mit 15 Saisontoren anführt, sowie Christoph Rönnike und Justus Flach füllen die Lücke aber bravourös und bringen vor allem viel Geschwindigkeit mit. In der Defensive stehen die Grün-Weißen ebenfalls gut, hier lobt Aschenbrücker unter anderem Eigengewächs Bela Reitz, der gerade erst 18 Jahre jung wurde, „aber das hinten drin super macht. Da kann man schon stolz drauf sein“. Generell hebt der Kapitän die Ausgeglichenheit im Kader hervor: „Wir trainieren im Regelfall dreimal die Woche, meistens mit 15 Leuten und mehr. So lässt es sich arbeiten. Und der Kader ist so aufgestellt, dass man keine Scheu haben muss, einen anderen aufzustellen. Mir tut es immer schon leid für die, die draußen sitzen. Aber aktuell läuft das alles sehr gut“. Auch Trainer Huck sei akribisch im Training und bringe das Team dazu, „zielstrebig zu arbeiten“, so Aschenbrücker: „Die Jungs können viel mitnehmen und Neues lernen“.

Gerade spricht die Form für den RSV – daher ist es wenig überraschend, dass der Tabellenzweite hofft, noch bis Ende November zu spielen. Es warten nun zwei brisante Heimspiele gegen Ehrenberg und das Derby gegen FT Fulda – zwei Gegner, die ihren Ambitionen etwas hinterherlaufen und jüngst direkt aufeinandertrafen (3:1 für FT). „Natürlich ist das Risiko da, dass ein Ausrutscher irgendwann passiert. Aber die Jungs nehmen das ziemlich locker. Wir arbeiten gut und konzentriert“. Der RSV hoffe, dass beide Partien am großen Rasenplatz gespielt werden – der Titelkampf hingegen dürfte wohl wieder bis zum Saisonende gehen, weiß auch der Kapitän: „Die eine oder andere Überraschung ist in der Liga immer möglich. Aber wir machen uns da keinen Druck, sondern wollen erstmal diese schwierigen Spiele jetzt noch mitnehmen“.