Lokales 19.10.2026

Bundesweiter Innovationspreis an die Feuerwehr Petersberg-Steinau

Berlin/Düsseldorf (pf/pm) – Für die Freiwillige Feuerwehr Petersberg-Steinau hat die offizielle Verleihung des renommierten Innovationspreises „IF Star 2026“ am vergangenen Samstag im Rahmen der Delegiertenversammlung des Deutschen Feuerwehrverbandes in Berlin ein absolut bedeutendes und einmaliges Ereignis dargestellt.

Von links: Dr. Christian Krams, Vorstandsmitglied der Feuersozietät Berlin Brandenburg, Jens Wußmann vom Verband öffentlicher Versicherer, Nancy Faeser, Beiratsvorsitzende DFV, MdB, Bundesministerin a. D., Rudolf Römer, Bundesgeschäftsführer beim Deutschen Feuerwehrverband, Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (r.) freuen sich mit den Gewinnern Achim Weider, Wehrführer und Michaela Möller, stv. Wehrführerin von der Freiwilligen Feuerwehr Petersberg-Steinau. Foto: Thomas Rafalzyk/Verband öffentlicher Versicherer

Die öffentlichen Versicherer haben am Samstag im Rahmen der Delegiertenversammlung des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) in Berlin den IF Star verliehen. Zum neunten Mal prämieren sie gemeinsam mit dem DFV innovative Ideen von Feuerwehren, die Personen- und Sachschäden mindern und die Feuerwehrorganisation stärken. Gewinner des IF Star 2026 sind der Kreisfeuerwehrverband Tübingen (Baden-Württemberg), die Freiwillige Feuerwehr Petersberg-Steinau (Hessen) und die Freiwillige Feuerwehr Ziethen (Schleswig-Holstein). Neben dem IF Star aus Bronze erhalten sie jeweils 3500 Euro Preisgeld.

„Wir öffentliche Versicherer kennen die enorme Bedeutung der Feuerwehren und uns verbindet eine lange Geschichte“, sagte Dr. Christian Krams, Vorstandsmitglied der Feuersozietät Berlin Brandenburg, bei der Preisverleihung. Mit dem IF Star ehren die öffentlichen Versicherer Feuerwehren, die mit ihrem Engagement nicht nur die Sicherheit der Bevölkerung gewährleisten, sondern auch die Arbeit der Feuerwehren stetig verbessern. „Vor allem die vergangenen Monate mit Waldbränden in Deutschland und großen Teilen Südeuropas haben einmal mehr als deutlich gemacht: Die Arbeit der Feuerwehren ist unverzichtbar und vielseitig. Nicht nur bei Bränden, sondern auch bei Unfällen und immer häufiger bei Unwettereinsätzen. Damit trotzen sie nicht nur Gefahren, sondern beweisen strategisches Denken und vorausschauende Planung“, betonte Krams.

Alle zwei Jahre können sich Feuerwehren mit ihren Ideen und Konzepten um den IF Star bewerben. Die diesjährigen Gewinner setzten sich gegen viele Bewerbungen durch und überzeugten die Jury aus Experten und Expertinnen der öffentlichen Versicherer, des Deutschen Feuerwehrverbandes und der Wissenschaft mit ihren unterschiedlichen Ansätzen.

Der Kreisfeuerwehrverband Tübingen bringt den Katastrophenschutz mit seinem Aktionstag „KatSchutz“ in die weiterführenden Schulen. Ziel ist es, Jugendliche zu sensibilisieren, ihnen Notfallkompetenzen zu vermitteln und Handlungssicherheit bei Krisen zu geben.

Die Freiwillige Feuerwehr Petersberg-Steinau entwickelte ein ganzheitliches Modell, um langfristig den Feuerwehr-Nachwuchs zu sichern. In Zeiten des demografischen Wandels und einer sich verändernden Ehrenamtskultur geht es darum, das Fundament für die langfristige kommunale Gefahrenabwehr zu legen.

Die Freiwillige Feuerwehr Ziethen erhielt den IF Star für ihren multifunktionalen Übungsplatz. Sie hat auf einer komprimierten Fläche sämtliche Komponenten der kritischen Infrastruktur eingerichtet – vom Trinkwasser über Gas bis zum Strom –, um verschiedene Einsatzszenarien zu trainieren.

„Die drei Gewinnerprojekte könnten unterschiedlicher nicht sein und haben doch alle eine Gemeinsamkeit: Die Mischung aus Innovation, Kreativität und Nutzen für das Allgemeinwohl“, sagt Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes.

Rudolf Römer, DFV-Bundesgeschäftsführer und Jurymitglied, zeigte sich begeistert. „Unsere jüngsten Mitbürgerinnen und Mitbürger schon früh für den Bevölkerungsschutz zu sensibilisieren, den Feuerwehrnachwuchs strategisch zu fördern und am praktischen Einsatzbeispiel die Bedeutung, aber auch Anfälligkeit unserer Infrastruktur zu verdeutlichen – das sind Ideen, die uns überzeugt haben.“

 

Das „Steinauer Modell“ – Betriebssystem für Nachwuchssicherung

In Zeiten des demografischen Wandels und einer sich verändernden Ehrenamtskultur ist die strategische Nachwuchssicherung das Fundament der langfristigen kommunalen Gefahrenabwehr. Die Feuerwehr Petersberg-Steinau hat ein System entwickelt, das über die rein spielerische Nachwuchsförderung hinausgeht. Der Fokus liegt auf der Prozesssicherheit durch Standardisierung und der Schaffung einer durchgehenden pädagogischen Begleitung der Mitglieder: vom Ersteintritt in die Kinderfeuerwehr bis zur Übernahme in die Einsatzabteilung. Ziel des Modells ist ein fließender Übergang in den aktiven Dienst.

Dass die Feuerwehr Petersberg-Steinau als einer der drei Gewinner hervorging, ist in Anbetracht der diesjährigen Konkurrenz ein herausragender Erfolg. Mit insgesamt 65 Einreichungen verzeichneten die Ausrichter in diesem Jahr einen absoluten Rekord an Bewerbungen. Nach Angaben der Verantwortlichen war nicht nur die Quantität, sondern vor allem auch die Qualität der eingereichten Projekte bundesweit noch nie so hoch wie in diesem Jahr. Umso stolzer ist der Wehrführer Achim Weider von der Feuerwehr Steinau, dass sich das dort entwickelte „Betriebssystem für Nachwuchssicherung“ – ein ganzheitliches 3-Säulen-Konzept von der Kinderfeuerwehr bis in die Einsatzabteilung – als eines der drei Siegerprojekte durchsetzen konnte.

Der DFV-Bundesgeschäftsführer und Jurymitglied Rudolf Römer zeigte sich begeistert von den drei prämierten Ansätzen: „Unsere jüngsten Mitbürgerinnen und Mitbürger schon früh für den Bevölkerungsschutz zu sensibilisieren, den Feuerwehrnachwuchs strategisch zu fördern und am praktischen Einsatzbeispiel die Bedeutung, aber auch Anfälligkeit unserer Infrastruktur zu verdeutlichen – das sind Ideen, die uns überzeugt haben.“

Die Auszeichnung rückt ein Thema in den Fokus, das für die Zukunft des gesamten Feuerwehrwesens von essentieller Wichtigkeit ist: die strategische und lückenlose Nachwuchssicherung. Angesichts des demografischen Wandels und einer sich verändernden Ehrenamtskultur bleibt die Nachwuchssicherung die fundamentale Säule jeder kommunalen Gefahrenabwehr. Die Feuerwehr Steinau zeigt mit ihrem prämierten Modell, wie man den Übergang vom spielerischen Einstieg bei den „Kinderfeuerwehren“ bis hin zum aktiven Dienst standardisiert, transparent gestaltet und Mitgliedereinbrüche erfolgreich verhindert.

Um die Zukunft des Ehrenamts flächendeckend zu stärken, teilt die Feuerwehr Petersberg-Steinau ihre Erfahrungen gerne: Die Wehrführung ist ausdrücklich dazu bereit, das prämierte Konzept interessierten Wehren vorzustellen.

 

Die IF Star-Jury 2026

Niko Bernhardt, Direktionsbevollmächtigter Feuerwehrförderung, SV SparkassenVersicherung

Prof. Dr.-Ing. Marion Meinert, Professorin für Sicherheit und Gefahrenabwehr, Hochschule Furtwangen

Dr. Tim Pelzl, Leiter des Fachbereichs Feuerwehren, Hilfeleistungen, Brandschutz, Deutsche gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)

Rudolf Römer, Bundesgeschäftsführer und Leiter Facharbeit/Gremien des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV)

Andreas Ruhs, Direktionsbereichsleiter und Leitender Branddirektor der Stadt Frankfurt am Main, Leiter des gemeinsamen Fachausschusses Einsatz und Taktik der deutschen Feuerwehren und der Arbeitsgemeinschaft der Leiterinnen und Leiter der Berufsfeuerwehren in der Bundesrepublik Deutschland (AGBF Bund)

Stefan Marc Weber, Hauptabteilungsleiter Risk Engineering, Provinzial Versicherung