Sport 23.09.2026

Sensationelles Comeback: Lampropoulos triumphiert doppelt

Götzis/Petersberg (pm/jah) – Es ist das perfekte Ende einer langen Leidenszeit: Pavlos Lampropoulos vom TV Petersberg hat bei den Internationalen Österreichischen Masters-Meisterschaften in Götzis gleich zwei Titel gewonnen. Der M60-Athlet setzte sich sowohl über 800 als auch über 1500 Meter durch und krönte damit sein Comeback nach einer schweren Knöchelverletzung.

Fotos: privat

Bei strahlendem Sonnenschein und guten Bedingungen trat Lampropoulos gegen ein internationales Teilnehmerfeld mit Athleten aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Tschechien und Portugal an. Für den Petersberger war der Erfolg alles andere als selbstverständlich.

Im vergangenen Sommer hatte sich Lampropoulos den Knöchel zertrümmert. Es folgte eine lange Reha, erst vor wenigen Monaten konnte er wieder mit dem Lauftraining beginnen. Dass die Form langsam zurückkehrte, zeigte sich bereits bei den Hessischen Masters-Meisterschaften vor rund zwei Monaten. Dort wurde Lampropoulos über 400, 800 und 1500 Meter jeweils Vize-Hessenmeister.

In Götzis sollte nun der große Erfolg folgen. „Nach der Verletzung war mein erstes Ziel, überhaupt wieder laufen zu können. Dass ich nun hier stehe und zweifacher Internationaler Österreichischer Meister bin, ist für mich einfach unglaublich“, sagte Lampropoulos.

Starker Endspurt bringt ersten Titel

Den Auftakt machte am 19. September der 800-Meter-Lauf. Lampropoulos ging das Rennen zunächst taktisch an und lag nach etwa 300 Metern auf dem fünften Platz. Eine Runde vor dem Ziel konnte er zwei Konkurrenten überholen, hatte zu den beiden Führenden allerdings noch rund 15 Meter Rückstand.

Auf der Gegengeraden begann der Petersberger, den Abstand kontinuierlich zu verkürzen. „Ich habe gesehen, dass der Abstand nach vorne kleiner wird und wusste: Wenn ich bis zur Zielgeraden dran bin, habe ich eine Chance“, berichtet er.

Auf den letzten Metern spielte Lampropoulos schließlich seine Stärke aus: seinen Endspurt. Kurz vor der Ziellinie zog er an beiden Führenden vorbei und sicherte sich damit überraschend den ersten Titel des Wochenendes.

60 Meter Rückstand über 1500 Meter

Am folgenden Tag wartete mit den 1500 Metern die nächste Herausforderung. Die Belastung des Vortages machte sich bemerkbar. „Die Beine waren schwer“, beschreibt Lampropoulos die Situation. Zudem gehörte ein starker Läufer aus Tschechien zum Feld, der sich über 800 Meter geschont hatte und ausschließlich über 1500 Meter antrat.

Nach der Hälfte des Rennens hatte der Tscheche einen deutlichen Vorsprung herausgelaufen. Dahinter folgten ein Österreicher und ein Schweizer, während Lampropoulos mit rund 60 Metern Rückstand weit zurücklag.

Aufgeben kam für den Petersberger allerdings nicht infrage. In der dritten von vier Runden startete er seine Aufholjagd und konnte den Rückstand innerhalb kurzer Zeit etwa halbieren. Damit rückte zumindest ein Podestplatz wieder in Reichweite.

In der letzten Runde wurde das Rennen schließlich zum Krimi. Lampropoulos schloss bis zum Beginn der Zielgeraden zu den beiden vor ihm liegenden Läufern auf. Gleichzeitig musste der führende Tscheche seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen, sein Vorsprung schmolz. Beim Einbiegen auf die Zielgerade lagen plötzlich vier Läufer dicht beieinander.

Drei Konkurrenten im Endspurt überholt

Lampropoulos wusste, dass seine Stärke auf den letzten Metern liegt. Bereits am Vortag hatte er das Rennen mit einem starken Schlussspurt entschieden. Was anschließend folgte, übertraf jedoch selbst seine Erwartungen: Mit einem starken Antritt überholte er alle drei vor ihm liegenden Läufer und sicherte sich auch über 1500 Meter den Titel.

„Ich bin fassungslos und überglücklich. Ich hätte niemals daran gedacht, dass nach dem letzten Jahr so etwas möglich ist“, sagte Lampropoulos nach seinem zweiten Triumph.

Damit wurde das Wochenende in Götzis zum Höhepunkt eines bemerkenswerten Comebacks. Nach einem zertrümmerten Knöchel, langer Rehabilitation und der Ungewissheit über die weitere sportliche Zukunft kehrte der Petersberger auf die Laufbahn zurück – und gewann gleich zwei internationale Meistertitel.